︎ Kunstpavillon München / “Preflection”, group exhibition, 07.01. - 21.01.2023





︎ Leonhard und Ida Wolf - Gedächtnispreis City of Fürth / Award cerenomy, 13.11.2022





︎ salondergegenwart, group exhibition, 04. 11 - 06. 11. 2022








︎ Ansbach Contemporary / “Franken Edition”, group exhibition, 13. 08 - 18. 09. 2022



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Die diesjährige Ansbach Contemporary findet unter dem Titel „Franken Edition“ statt. Fünf Wochen lang verwandelt sich die Stadt Ansbach in einen Kunstparcours der besonderen Art.
Parallel zur Bayerischen Landesausstellung unter dem Titel „Typisch Franken?“ mit dem Fokus auf die fränkische Geschichte und Lebensart greift auch die Ansbach Contemporary diesen Themenkomplex auf.
Die AC 2022 möchte einen frischen Ein- und Überblick zu aktuellen künstlerischen Strömungen und dem Schaffen von KünstlerInnen aus und in Franken geben.

(Text: Team der AC)

Julie Batteux wirft einen Blick auf sich selbst. Letztendlich richtet sie ihn aber auf unsere Gesellschaft, die so bildversessen ist wie noch keine Generation vor ihr. In angenehmen Kolorit, das an die hübschen pastellfarbenen Kärtchen einer berühmten Farbenfirma erinnert, spielt die Künstlerin gekonnt mit dem Vokabular unsere digitalisierten, eitlen Medienwelt. In der aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist und von Batteux übermächtig dominant gestalteten Umrissform eines Smartphones, das mit den gängigen App Symbolen versehen ist, fotografiert die angeschaltete Handykamera das in extremer Untersicht entstandenen “Selfie” ihres nackten Unterkörpers. Noch klein am Rande erkennbar steht der Schriftzug “bearbeiten”. Intelligent verschränkt die Künstlerin in “Spiegelschatten” die Sucht nach digitale optimierten Selbstbildern und deren verhängnisvoller Auswirkung auf die Psyche der Menschen. Mit ihrem Kunstschaffen erobert sich Julie Batteux jedoch die Autorenschaft über ihr reales Körperbild zurück.

(Text: Dr. Teresa Bischoff)



︎ Künstlerhaus Nürnberg / “LITERAL BODIES”, group exhibition, 07. 06 - 26. 06. 2022





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„Um Utopie zu sein, brauche ich nur Körper zu sein.“1

Nach der langen Zeit in der globalen Corona Pandemie, sehen wir uns nahtlos mit der Katastrophe eines Krieges konfrontiert. Im Dauerzustand der Krise haben wir uns zunehmend vereinzelt. Wir sind auf unseren Körper zurückgeworfen. Mehr denn je verspüren wir jetzt, dass dieser vor allem eines ist, politisch. „Nur im Verhältnis zu ihm […] gibt es ein Oben und Unten, ein Rechts und Links, ein Vorn und Hinten, ein Nah und Fern. Der Körper ist der Nullpunkt der Welt, der Ort an dem Wege und Räume sich kreuzen. Der Körper selbst ist nirgendwo.[…] Er hat keinen Ort, aber von ihm gehen alle möglichen realen oder utopischen Orte wie Strahlen aus.“2

Das Festival Body on möchte euch dazu einladen diesen Punkt in einer vielschichtigen Auseinandersetzung entgegen aktueller Individualisierungstendenzen kollektiv aufzuspüren. Nach einem ersten vielfältig berührenden Festival im letzten Frühling, geht Body on in die zweite Runde. Auch in diesem Jahr möchten wir in Workshops, Vorträgen, Filmen und Performances einen Raum für einen intersektionalen queerfeministischen Diskurs schaffen.

…um Möglichkeiten für Lernen, Austausch, Vernetzung und Verbundenheit zu gestalten.
…um eine Plattform für selbstermächtigende Inszenierungen und ästhetische Protestformen gegenüber körperlichen Normvorstellungen zu bilden.
…um einen Zugang zu einer Spurensuche historischer Körper und individueller körperlicher Selbsterkundung zu eröffnen.
…um in erster Linie den eigenen Körper zu genießen, dessen Kraft und Potential zu spüren und ihn zu feiern.

Zusammen wollen wir immer genauer hinschauen, wie eine wertschätzende, unterdrückungsfreie Welt funktionieren kann und was es dafür braucht.

1 Foucault, Michel: Die Heterotopien. Der utopische Körper. Zwei Radiovorträge. Suhrkamp Verlag Berlin 2005, S. 30
2 Foucault, Michel: Die Heterotopien. Der utopische Körper. Zwei Radiovorträge. Suhrkamp Verlag Berlin 2005, S. 34



Gleiten. Entlang der glatten Oberfläche digitaler Körperideale gleiten wir in der Malerei von Julie Batteux.

(Text: Julia Hainz)



︎ Akademie der Bildenden Künste / diploma exhibition, 11. 02. - 13. 02. 2022





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Mein Projekt beschäftigt sich mit den ästhetischen Leitkulturen sozialer Netzwerke hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Psyche der Nutzerin. Die in Selfies geforderte Anpassung an die glatte Oberfläche der Körperideale des Mainstreams hinterlässt Verletzungen im Selbstwertgefühl. Von diesen Idealen geprägt werfe ich einen Blick auf meinen weiblichen Körper, wohlwissend, dass alle Menschen, auch Männer diesen Zwängen unterliegen.
In meiner Serie “Spiegelschatten” erforsche ich meinen Körper im Spiegel meiner Handykamera. Das Handy, fast schon menschliches Körperteil, wird zum Werkzeug meiner Körperforschung und dient zugleich als Bildträger meiner händischen Malerei. Meine Recherche hinterfragt die digitalen Körperideale und Normen der Social Media-Welt. Ich erobere mir malerisch die Autorenschaft über mein Körperbild zurück, indem ich meine intimen Selbstzweifel und Körperängste auf der Leinwand offenbare, meinem persönlichen Schatten begegne, ihn enthülle und mir zu eigen zu machen. Aus dieser Selbstdarstellung entpuppt sich ein surreales Spiegelbild von Seelenkörper und Körperseele. Körperlichkeit und Emotionalität verschmelzen in diesem Prozess und bedingen sich gegenseitig. Mit dem Pinsel in meiner Hand nehme ich einen analogen Zugriff auf technoide Welten, bediene mich der Form des iPhones und gebe ihr einen persönlichen Ausdruck.

(Text: Julie Batteux)



︎ Auf AEG, Hall 14 Nuremberg / “Hi!AdBK”, festival for art and science in bavaria, group exhibition, 12. 11. - 28. 11. 2021



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Anlässlich des Hi!A – Festival für Kunst und Forschung in Bayern lädt die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg Absolvent*innen und Studierende ein, Diskurse zu den Themenfeldern Körper, Digitalität, Cyborg und Artifical Intelligence, alte und neue künstlerische Technologien, Gesellschafts- und Weltvisionen sowie Utopie und Zukunft zu eröffnen. Auf 1.000 qm Ausstellungsfläche reichen die künstlerischen Beiträge von Sound- und Videoinstallationen, Grafik, Malerei, Editionen bis hin zu performativen Beiträgen. Der Titel Hi!AdBK suggeriert eine Offenheit, die sich in der medialen Vielfalt sowie den unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen mit den genannten Themenfeldern widerspiegeln.

Julie Batteux zeigt in ihren großformatigen Malereien, wie das Internet die Wahrnehmung des eigenen Körpers und das Verständnis von Schönheit und Geschlecht beeinflussen kann, indem sie aus Handydisplays surreale Bildwelten entstehen lässt, deren physische Grenzen sich nicht erschließen lassen. Durch die Verwendung des klassischen Mediums Malerei schafft sie eine Verbindung zwischen technoiden und analogen Welten, deren Ergebnis eine eindrucksvolle Relevanz haben.

Im Herbst 2021 vereint das Hi!A als erstes Festival in Bayern Kunst und Forschung und vernetzt damit Institutionen verschiedener Disziplinen. Zukunftstechnologien, Digitalisierung und Hightech gehören ebenso zu den Themenschwerpunkten wie KI in der Kunst oder Musik. Neben den Kunst- und Musikhochschulen in Bayern gehören bayerische Institutionen wie das Deutsche Museum oder Biotopia Naturkundemuseum zu den teilnehmenden Einrichtungen. Die Veranstaltungen finden analog, digital oder hybrid statt. Das Festival lädt dazu ein, Teil eines Zukunftskosmos zu werden, in dem kreative Ideen und Zukunft gewinnbringend gestaltet werden können.

Der Ausstellungsort Auf AEG spiegelt als Standort für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Gedanken von Hi!A wider und verbindet somit sinnbildlich die diversesten Disziplinen miteinander.

(Text: Anna-Lena Rößner)



︎ Bavarian Ministry for Science and Art Munich / Kunst im Alten Ministergang,
17. 08. - 15. 11. 2021





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Bereits zum fünften Mal findet eine Kunstausstellung mit bayerischen Nachwuchsgrößen im Alten Ministergang des Wissenschafts- und Kunstministeriums in München statt. Die Ausstellung kann virtuell unter www.stmwk.bayern.de/vr besichtigt werden. Gezeigt werden Werke von vier Studentinnen der Akademie der Bildenden Künste (AdBK) Nürnberg: Julie Batteux, Tomoe Hikita, Irina Pilhofer und Leonora Amalia Prugger.

Julie Batteux bedient sich in ihrer Bildsprache der Fotografie und Malerei. Beide stehen stetig zueinander im Dialog. Die Fotografie war bisher immer ihr Ausgangspunkt und dient ihr bei der Malerei als Vorlage. Es geht ihr im Malprozess nicht um ein genaues Abbild der Fotografie – diese steht immer für sich alleine. Es geht ihr vielmehr um die Narration und Thematik dessen, was sie malerisch aufgreifen möchte. Dabei ist es ihr wichtig, sich unabhängig von der Fotografie frei zu bewegen, lasierende Farbschichten aufeinander zu schichten, Objekte, Lebewesen, Figuren, Stofflichkeit und Oberflächen in eigener Sprache darzustellen, sich auf Details zu konzentrieren, diese detaillierter auszuarbeiten, um andere wiederum zeichnerisch und grafisch abzubilden. Den Mehrwert in der Malerei sieht sie in den Zufällen, die während des malerischen Prozesses entstehen, die blitzschnell aufeinanderfolgen, rückwirkend nicht zu wiederholen sind und ausschließlich während des Malens entstehen.

Seit Beginn ihrer künstlerischen Recherche begleitet Batteux das Sujet „Mutter und Weiblichkeit" und die damit verbundenen Klischees. So greift sie in ihren fotografischen Arbeiten mit ihrer Mutter auf Stereotypen mit sichtbarer Ambivalenz zurück, um diese zu hinterfragen. Sie versucht Privates wie Inszeniertes zu vereinen und experimentiert dabei mit den scheinbaren Gegensätzen „Nähe und Distanz“, „Intimität und Entfremdung“. Neben diesem Echten, Privaten wirkt die Inszenierung, die Distanz zum Vertrauten schafft.

Zudem ist Batteux seit Längerem von Badezimmern fasziniert, da dieses ein Raum voller Gegensätze ist. Obwohl sich das Bad innerhalb des vertrauten Heims befindet, in dem sich der Mensch unbeobachtet und nackt aufhalten kann, strahlt er durch Badekacheln Kälte aus. Es finden dort ständig Körperspiegelungen in den Armaturen, Kacheln, Spiegeln oder Wasserhähnen statt. Diese Perspektiven erschaffen surreale Körper von eigenartiger Massivität. Durch die unbeabsichtigten, ausschnitthaften Spiegelungen findet eine stetige Konfrontation mit dem eigenen Körper statt. Batteux interessieren die Selbstbilder und deren Einfluss auf das individuelle Selbstwerterleben. So versucht sie die Fragestellungen von Bodyshaming und Körperwahrnehmung zu erforschen. Es ist ihr ein Anliegen, die extremen Anforderungen an das Individuum auf allen gesellschaftlichen Ebenen, bis in die Intimität des eigenen Badezimmers hinein, sichtbar werden zu lassen und spielerisch-künstlerisch zur Diskussion über die aufgedrängten Masken und Uniformen anzuregen.

(Text: Julie Batteux / Dr. Bianca Preis)



︎ Strafjustizzentrum Nuremberg / Class of Prof. Susanne Kühn, 20. 07. 21 - 20. 07. 2022



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Die Präsentation der Gemälde, Papierarbeiten, Fotografien und Digitalprints ist in enger Zusammenarbeit von Frau Dr. Margit Zorn, Vizepräsidentin des Landgerichts, Frau Prof. Susanne Kühn, Lehrstuhl für Malerei /Vizepräsidentin AdBK Nürnberg und Frau Angela Stiegler, künstlerische Assistenz konzipiert worden.

In der Auswahl der Arbeiten ging es vor allem darum, nicht nur eine sensible Einbindung der Kunstwerke in die stringente Architektur des neuen Gebäudes zu finden, sondern vielfältige Bildwelten und Ausdrucksformen zu wählen, die das künstlerische Schaffen der Studierenden in einer besonderen Zeit reflektieren. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Anliegen der Auswahl dieser spannenden künstlerischen Positionen gewesen, den verschiedenen Personengruppen, die täglich im Gericht unterwegs sind, zeitgenössische Kunst zu vermitteln, die sich jenseits eines meist ernsthaften Besuchsanlasses im Strafjustizzentrum eröffnen kann.

So sind im Erdgeschoss zunächst Werke von Gloria Sogl und Jieun Kim ausgestellt, die ausschließlich im Digitalen generiert wurden. Im ersten Obergeschoss sind Ölgemälden von Tomoe Hikita, Collagen von Jonas Rausch, Aquarelle von Manoel Drexler und Ölgemälde von Julie Batteux zu sehen und schließlich im zweiten Obergeschoss Acrylgemälde von Nahuel Rinaudo, Werke von Theresa Hartmann und Leonora Prugger sowie Fotografien von Hannah Schwab.



︎ Kunsthaus Nuremberg / NN-Kunstpreis, group exhibition, 22. 07. - 05. 09. 2021




︎ Kunstvilla Nuremberg /  “Bad”, 07. 07. - 17. 10. 2021



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Die Kunstvilla freut sich, mit einer Präsentation von Arbeiten von Julie Batteux (geb. Aachen 1996) an dem Projekt teilzunehmen. Julie Batteux studiert seit 2015 an der Nürnberger Akademie, zunächst bei Susanne Kühn, im Sommersemester 2021 in der Klasse von Kerstin Brätsch.

In ihrer Serie „Bad“ experimentiert Batteux mit den Gegensätzen von Nähe und Distanz, Intimität und Entfremdung. Im Badezimmer werden Aspekte von Maskierung und Demaskierung verortet. Dabei vereint die Künstlerin Privates und Inszeniertes in der Kulisse des Funktionsraumes „Bad“. Ihre malerisch abstrahierende Formensprache zeigt Hautflächen als glatte hüllengleiche Oberflächen. Die deformierten Körper sind mit ihren vorhandenen oder fehlenden Umrissen surreale Protagonisten der Badezimmerszenerien. Die Figuren erscheinen verletzlich in ihrer Verschmelzung mit dem nassen Element.

Die Installation ist eingebunden in die 2021 neu eingerichtete Dauerausstellung der Kunstvilla, die um das Thema Figur kreist.
(Text: Kunstvilla Nürnberg)



︎ ortart / “HEAVY HEART OF GOLD”, group exhibition , 07. - 12. 09. 2021





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Irina Pilhofer untersucht das Verhältnis persönlicher Erfahrungen und Narrative zu der eigenen Identität und integriert diese in einen malerischen Diskurs, der kollektive Erzählstrukturen und Werte behandelt. Ihre Praxis folgt einem Adaptionsprozess des Bildes, der sich in Formen von verschiedener Körperlichkeit und im Material ausdrückt, sowie ästhetisch und inhaltlich im Camp manifestiert. Indem sie dem Emotionalem und auch dem Banalen seine Berechtigung einräumt, reichert sie soziale Narrative mit einer gewissen Intimität und Vertrautheit an.

Julie Batteux experimentiert in ihrer Serie „Bad“ mit den scheinbaren Gegensätzen Nähe und Distanz, Intimität und Entfremdung. Das Badezimmer verortet Maskierung und Demaskierung. Sie vereint Privates und Inszeniertes in der Kulisse des Funktionsraumes der Reinigung und der Ästhetik. Ihre malerische Formsprache, die Alltagsgegenstände abstrahiert, zeigt die Hautfläche als glatte hüllengleiche Oberfläche. Die deformierten Körper werden im surrealen Zusammenspiel mit ihren vorhandenen oder fehlenden Umrissen zu Protagonisten der Badezimmerszenerie. Die Figuren existieren verletzlich und roh in der Verschmelzung mit dem Feuchtraum.

Unterschiedliche Materialien erhalten bei Lena Probst, sowohl durch ihre immanenten Eigenschaften, als auch durch ihre gesellschaftlichen, kulturellen und persönlichen Aufladungen, Bedeutung. Lena Probst verarbeitet in ihren Werken schillernde Farben und popkulturelle Gegenstände, oft der unbrauchbar gewordene Überschuss einer materialistischen Gesellschaft. Das materielle Zeugnis eines besonderen Momentes trifft in seiner künstlerischen Verarbeitung auf industrielle Produktionsverfahren, hinter die sich die Künstlerin als Person zurückzieht.

Den Ausgangspunkt für Rebecca Arnolds Zeichnungen, die immer mit demselben Bleistift stringent durchgearbeitet werden, bieten archäologische Grabungszeichnungen. Archäologische Prozesse suchen immer nach einer inneren Logik, die Form, Farbe und Konsistenz des Bodens sind hier die unmittelbaren Bezugspunkte. In den Zeichnungen werden Formen und Figuren entkontextualisiert und erscheinen in einem Versuch der Neuverortung und spielerischen Bildfindung wie schwarze Brandlöcher auf der Papieroberfläche. Simon Pröbstl schafft durch seinen Bezug zu bekannten Sujets, zum Beispiel aus der Architektur-, Landschafts- und Genremalerei, multiple Zugänge für den Betrachter. Diese Motive verknüpft er mit persönlichen Beobachtungen und Interessen.

Simon Pröbstl stellt dabei die Frage nach den Möglichkeiten im Umgang mit der Leinwand als Bildträger und den kommunikativen Wirkungen der Farbe. Der Anspruch einer persönlichen, künstlerischen Freiheit ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen, eröffnet ein interessantes Spannungsfeld.

(Text: Irina Pilhofer, Julie Batteux, Lena Probst, Rebecca Arnold, Simon Pröbstl)



︎ Sima gallery / Nürnberger Nachrichten 2021





DE

Die Ausstellung “clearly visible“ in der Galerie Sima bringt vier junge Künstler zusammen, deren intensive Bearbeitung ihrer Sujets sie zu einzigartigen Bildwelten führt.

Steve Braun arbeitet in Fotoserien, welche in Herangehensweise und Stilistik vom jeweiligen Sujet bestimmt sind. Seine jüngsten Serien greifen auf gefundenes Material zurück. In „strange memories“ sichtet er alte Homevideos auf VHS, auf der Suche nach Bildern, die ein seltsames Gefühl des Wiedererkennens wachrufen. Private Erinnerung wird zur kollektiven Erinnerung.
Die Serie „Die Masken der Götter“ hingegen, bedient sich dem kollektiven Bildgedächtnis und fügt Fragmente aus Fotoarchiven zu eigenartigen Wolpertingern zusammen, die in dem Graubereich zwischen Fremdsein und Erkennen leben.

Federico Braunschweigs Malereien greifen auf vormoderne, ornamentalen Motive zurück. Sie kombinieren Vorlagen verschiedener Epochen und Kulturen zu Ensembles aus Ornament und Muster. Jedes hinzukommende Element variiert in Duktus, Farbe und Abstraktionsgrad, und schichtet sich nach und nach zu einem immer komplexer werdenden Spiel aus Zeichen und Formensprachen.

Julie Batteux fotografiert meist Porträts und Akte. Die Fotografien wirken intim und unmittelbar, sind aber stark inszeniert. In ihren Gemälden treibt sie dieses Spiel noch weiter. Die Figuren finden sich in traumhaft verschwommenen Szenerien wieder oder lösen sich selbst auf. Julie Batteux entfremdet, abstrahiert und gibt die Illusion vom Realismus auf, um letztendlich zu einer Interpretation ihrer Modelle zu gelangen, die ganz nah an ihnen und den sozialen Rollen ist, die sie einnehmen.

Eva Maria Neubauers Motive sind auffallend heterogen. Diese reichen von Comic-Charakteren über Tiere bis zum Schaufenster eines Bestattungsunternehmens. Sie bedient sich überall, wo ihr Blick auf Kurioses stößt. Ihre Motive laufen durch einen langen Interpretationsprozess. Sie skizziert und zeichnet, um anschließend in ihren textilen Arbeiten Objektkunst, Malerei und Installation, zu einem eigenwilligen, zarten, abgründigen und witzigen Ganzen zu verschmelzen.

(Text: Federico Braunschweig)

EN

The “clearly visible” exhibition in the Sima Gallery brings together four young artists whose intensive treatment of their subjects leads them to unique visual worlds.

Steve Braun works in photo series, the approach and style of which are determined by the respective subject. His most recent series draw on found material. In “strange memories” he sifts through old home videos on VHS, looking for images that evoke a strange feeling of recognition. Private memory becomes collective memory. The series “The Masks of the Gods”, on the other hand, makes use of the collective image memory and combines fragments from photo archives to form strange Wolpertingers who live in the gray area between being foreign and recognizing.

Federico Braunschweig's paintings draw on premodern, ornamental motifs. They combine templates from different eras and cultures to form ensembles of ornament and pattern. Each added element varies in style, color and degree of abstraction, and is gradually layered into an increasingly complex game of symbols and formal languages.

Julie Batteux mostly photographs portraits and nudes. The photographs appear intimate and immediate, but are strongly staged. In her paintings she takes this game even further. The figures find themselves in dreamily blurred scenes or dissolve themselves. Julie Batteux alienates, abstracts and abandons the illusion of realism in order to ultimately arrive at an interpretation of her models that is very close to them and the social roles they assume.

Eva Maria Neubauer's motifs are strikingly heterogeneous. These range from comic characters to animals to the shop window of a funeral home. She helps herself wherever her eye encounters curiosities. Your motifs go through a long process of interpretation. She sketches and draws in order to then merge object art, painting and installation into an idiosyncratic, delicate, cryptic and funny whole in her textile works.

(Text: Federico Braunschweig)



︎ Kunstnürnberg / Featured Artist #47







︎ Reclaim Award








︎ Deutscher Fotobuchpreis / Mama Magazine 







Silver medal for "MAMA", student project category (group award),
Hochschule der Medien Stuttgart (12/2019),
ISSN 2629-4397, 152 pages, color, edition of 800

with: Julie Batteux, Desiree Brauner, Ilona Falk, Miruna Gavaz,
Hannah Gebauer, Esther Gleuwitz, Monika Gropper,  Aniela Helen
Guse, Nuri Han, David Häuser, Valentin Hesch, Anna Hofmann,
Claudia Holzinger, Karin Kolb, Franziska Koppmann, Soonmo Lee,
Meike Männel, Michael Sven Meier, Felix Neumann, Ghayoung
Oh, Seunghee Oh, Lukas Pürmayr, Esperanza Rojo, Marco von
Rotenhan, Philipp Stöcklein, Elisabeth Thoma, Lorena Thunn,
Melissa Treutlein, Michael Ullrich, Yongju Woo, Jiyeong Kay Yoon
and Ji Hyun You


avaible at:  Soda.Books München, Walther König Nürnberg,
Buchhandlung Jakob Nürnberg


©GIF Ji Hyun You, 2020




︎ Werkschauhalle 12 - Spinnerei, “PICTURES FOR DONALD”, group exhibition, 2018 / Leipzig 









︎ Nürnberger Nachrichten 2017 / Akademie Galerie 







︎ HGB gallery / “NÜRNBERG TRANSFER”, class of Prof. Susanne Kühn, 2017